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Eine besondere Überraschung ereilte mich diesen Sommer durch eine Anfrage einer Karate Gruppe aus Ratingen, für die ich mich einen Nachmittag zu deren Sommerfreizeit auf der Insel Wangerooge zur Verfügung stellte. Durch unsere gute Vernetzung mit anderen Aikido- Vereinen, landete die Anfrage bei mir im Email-Fach.
Anfangs war ich ein wenig irritiert von dieser Anfrage, stellte aber schnell fest, dass diese Konstellation eine besondere Herausforderung darstellt, so dass ich mich schnell für diese Idee begeistern konnte.
Im Vorfeld war jedoch noch einiges zu klären:

  1. Welche Altersgruppe und wie viele Teilnehmer erwarten mich …
  2. Welche Bedingungen gibt die Trainingsstätte auf Wangerooge her …
  3. Wie sieht es mit den Vorkenntnissen bezüglich des Aikido aus …

Gerhard Kupschus (DAN-Träger im Shotokan-Karate), der diese Abteilung im TuS Homberg leitet, war sehr auskunftsfreudig, sodass mit ihm schnell ein freundschaftlicher Kontakt zustande kam, der Termin vereinbart, und eine Halle auf Wangerooge gefunden war.
Aber die Bedingungen waren alles andere als gut. Die uralte Mehrzweck-Halle teilten wir mit einigen Basketballern. Das war kein Problem – schlimmer war, dass es keine geeigneten Judo-Matten gab. Wir mussten mit 10 Turner-Matten vorlieb nehmen, aber es reichte für eine kleine Einführung in die Fallschule. Nach einer theoretischen Erörterung über den Ursprung des Aikido und den daraus resultierenden unterschiedlichen Bewegungsansätzen zwischen Aikido und Karate, wurden einige Griffe und das Ausweichen von Faustangriffen geübt.

Wie wichtig das Ausweichen ist, erkannte man dann an unterschiedlichen Angriffstechniken mit dem Holzschwert (Bokken). Der enge Zeitrahmen ließ nicht viel Spielraum zu, so dass ich den Teilnehmenden als letztes eine kurze Aikido-Kata (Feuerform, 13 Bewegungen) mit auf den Weg geben wollte. Kata ist ein Hauptbestandteil des Karate, deshalb wurde dieses gut angenommen. So konnte jeder zum Schluss auch noch etwas  mit nach Hause nehmen.
Für mich war es ein tolles Erlebnis vor einer Gruppe von Kampfsportlern, die keine Vorkenntnisse im Aikido haben, aber hoch motiviert und vor allem auch interessiert waren, Bewegungen aus dem Aikido vorzuführen, um dann gemeinsam an Schwerpunkt, Haltung und Bewegung zu arbeiten. Die Bereitschaft der Sportler aus Ratingen, über das Gewohnte hinaus zu gehen, sich auf den Weg (Do) zu begeben, war für mich persönlich ein echtes High-Light dieses Jahres.
Vielleicht wurde hier ein Sämling gesetzt, der in der in der Zukunft allen Teilnehmern viel Freude bereiten wird und es bleibt zu hoffen, dass dieser zufällige Kontakt auch in den kommenden Jahren aufrecht erhalten werden kann.

Der TuS Homberg ist ein Verein mit Tradition, wurde er doch bereits 1912 gegründet. Mit mehr als 1.000 Mitgliedern zählt der TuS zu den fünf größten Ratinger Mehrsparten-Sportvereinen und ist Mitglied im Stadtsportverband.

Ein Ausschnitt aus der Veröffentlichung des Vereins über die Sommerfreizeit

Am Mittwoch war für einige von uns leider schon der letzte Tag – berufliche Verpflichtungen verlangten ihren Tribut. Zuvor allerdings setzten wir unsere Runde „Budo jenseits unseres Tellerrandes“ fort, und hatten mit Peter Klische-Drolshagen einen Aikido-Meister eingeladen, der vor der schwierigen Aufgabe stand, uns innerhalb von nur 3 Stunden den Weg der Harmonie(Ai), der (Lebens-) Energie(Ki) und des Weges(Do) aus seiner Sicht näherzubringen. Peter ist ein in mehreren Kampfkünsten sehr erfahrener Mensch, der uns durch seine ruhige und kompetente Art einen Einblick vermitteln konnte, der sicherlich allen Teilnehmern positiv im Gedächtnis bleiben wird – von hier aus noch einmal herzlichen Dank, Peter!!!